A picture of a room that presents different objects of Henri Chopin.

Tris Vonna-Michell - Preisträger 2008

In seinen Performances verbindet Tris Vonna-Michell Tatsachen und Fiktion. In den mit grosser Geschwindigkeit vorgetragenen Monologen präsentiert er Ereignisse und Geschichten, die mit Dokumenten, Musik und Literatur ergänzt werden. Sein Werk „Finding Chopin“ (2008) folgt den Spuren des legendären Künstlers Henri Chopin, den er 2005 in Paris zu finden versuchte. Vonna-Michell schildert die Schritte seiner Suche, die von unvorhergesehen Ereignissen – wie dem Diebstahl seiner gesammelten Archivalien – gestört worden sind. Der Künstler integriert in seinen Perfomances den Besucher, indem er ihm die Möglichkeit gibt, Zeit und Art des Vortrages zu bestimmen.

In Ergänzung zum Geldpreis erwirbt die Baloise Werkgruppen der Preisträger und schenkt sie zwei bedeutenden europäischen Museen. Finding Chopin (2008) geht als Schenkung der Baloise in die Sammlung der Hamburger Kunsthalle.

Bei seinen Arbeiten handelt es sich um Performances, die innerhalb sorgfältig aufgebauter Installationen stattfinden. In den Performances erzählt Vonna-Michell  seinem Publikum Geschichten. Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person führt er zunächst in einem sanften und gleichmässigen Tempo, dann mit hoher Geschwindigkeit  durch seine Erzählungen; die Länge dabei bestimmen seine Zuhörer, die in seine Geschichte eingebunden werden und gebannt seinen Worten folgen. Er greift Fakten auf, kombiniert diese aber mit persönlichen Erfahrungen, die in seinem Werk den gleichen Stellenwert erhalten. Er bindet die Installations-Objekte – ein Tisch, Stühle, Regale, Plattenspieler, Projektoren, Kataloge und Dokumente – während seiner Performance konkret mit ein, so dass sie als Relikt seiner Erzählung verbleiben.

Portrait of the Artist Tris Vonna-Michell
Tris Vonna-Michell, *1982, lebt und arbeitet in Berlin und London