Bracing wood inside the complete booth at the art fair

Karsten Födinger - Preisträger 2012

Karsten Födinger ist ein Bildhauer, dessen auf den jeweiligen Ort bezogenen Skulpturen den Charakter des Gebauten und Rohen nicht zu verbergen suchen. Seine oftmals aus einfachen Baumaterialien gefertigten Werke visualisieren Kräfte im grundlegenden Sinn. Statik und Bewegung, Diagonale und Horizontale, Masse und Leere sind spannungsreiche Gefüge seiner zwischen Architektur und Skulptur angesiedelten Arbeiten. In seinem Beitrag für Art Statements bezieht sich Födinger auf ein historisches Ereignis in Basel: Das zerstörerische Erdbeben von 1356. Födingers skulpturaler Eingriff von horizontalen und vertikalen Holzbalken stabilisiert und versperrt den Innenraum der Messekoje gleichermassen und schafft so ein paradoxes Raumgefüge.

Zusätzlich zum Geldpreis erwirbt die Baloise Werkgruppen der Preisträger. Die speziell für das Museum produzierte Arbeit von Karsten Födinger ging als Geschenk in die Sammlung der Hamburger Kunsthalle.

Födinger schafft mit seinen Arbeiten einen engen Bezug zum jeweiligen Ort. Auch die Arbeit ultramarin (2013) wurde speziell für die Hamburger Kunsthalle entwickelt und bezieht sich ganz konkret auf ihr Umfeld – sie erstreckt sich über die gesamte Galerie der Gegenwart: Von einem Anker im Lichthof führt eine Kette zu einer Boje auf dem Dach des Gebäudes. Die Position der Arbeit irritiert und erzeugt zunächst eine surreal anmutende Situation, jedoch sind Anker und Boje funktionale Objekte, bereitgehalten für einen möglichen Einsatz. Ausgangspunkt seiner Neuproduktion war die geografische Lage Hamburgs und die Vorstellung einer Stadt unter Wasser.

Portrait of the Artist Karsten Födinger
Karsten Födinger, *1978, lebt und arbeitet in Karlsruhe