Jeroen de Rijke & Willem de Rooij - Preisträger 2000

Die beiden Künstler verbanden in ihrem Werk Gemälde und Film. Mit ihrem 35-mm-Film “Bantar Gebang” haben sie ein Gefäss geschaffen, um die Bewegungen des Lebens und die Wirkung des Lichts zu veranschaulichen. Zehn Minuten lang haben sie ihre Standkamera auf eine Häusersiedlung gerichtet und dabei jede Veränderung zwischen dem Ende der Nacht und dem Beginn des Tages registriert. Der gewählte Bildausschnitt ist streng komponiert und lehnt sich an die Tradition der niederländischen Landschaftsmalerei an. Das zunehmende Tageslicht raubt den zunächst verzaubernden und das Bild entrückenden Schmelz der Landschaft und gibt den Blick auf eine Slumsiedlung am Stadtrand von Jakarta frei, wo zwischen Abfallsäcken und Wellblechbaracken Menschen ihren Tag beginnen. Ohne Verklärung und moralischen Kommentar berichteten die Künstler aus einem anderen Teil der Welt und von anderen Lebensumständen. Sie nutzten die Zeit, die ihnen das Medium des Films gibt, um Wahrnehmung zu intensivieren und zu klären.

In Ergänzung zum Geldpreis erwirbt die Baloise Werke der Preisträgerinnen und Preisträger und schenkt sie zwei bedeutenden europäischen Museen. Die Arbeit von Jeroen de Rijke und Willem de Rooij ging als Schenkung der Baloise in die Sammlung der Hamburger Kunsthalle.

Jeroen de Rijke, 1970-2006
Willem de Rooij, *1969