The picture shows the young Irish dissident and political activist Bernadette Devlin surrounded and harassed by journalists and press photographers

Duncan Campbell - Preisträger 2008

Mit „Make it fall, Bernadette“ von 2008 präsentiert Duncan Campbell die Geschichte der irischen Dissidentin und politischen Aktivistin Bernadette Devlin in offener und experimenteller Form. Sein Interesse gilt zeitgeschichtlichen Vorgängen und den Methoden ihrer medialen Vermittlung. Seine Skepsis gegenüber dem Dokumentarischen als „Sonderform der Fiktion“ führt ihn dazu, den Zwischenräumen Gestalt zu geben bzw. zur Akzeptanz des Fragmentarischen. Campbell gelingt mit seiner Arbeit nicht nur eine kritische und intelligente Analyse dokumentarischer Strategien, sondern auch das sensible und respektvolle Portrait einer ausserordentlichen Persönlichkeit - mit eindrucksvollen Bildern und Sequenzen von grosser Brillanz.

Zusätzlich zum Geldpreis erwirbt die Baloise Werkgruppen der Preisträger und schenkt sie zwei renommierten europäischen Museen. Campbell's Arbeiten Bernadette und Sigmar gingen als Schenkungen in die Sammlung des mumok Wien.

In Sigmar (2008) arbeitet der Künstler überwiegend mit abstrakten Details aus Bildern von Sigmar Polke. Begleitet werden diese von (deutschen) Sprachfetzen eines fiktiven Dialogs mit dem Maler, dessen Inhalt nicht erfasst werden kann.

Die so unterschiedlich erscheinenden Arbeiten basieren auf Campbells Überzeugung, dass Erzählungen immer nur subjektiv sein können und auch das Dokumentarische „eine Sonderform der Fiktion“ ist. Dennoch gilt es, Geschichte(n) zu erzählen und dafür Formen zu finden, die auch deren Komplexitäten, inhärente Widersprüche und Diskontinuitäten erfahrbar machen. „Ich versuche in meinen Filmen zu erreichen, was Samuel Beckett als ‘eine Form, die auch Unordnung beherbergt’, bezeichnet,“ so der Künstler.

Portrait of the Artist Duncan Campbell
Duncan Campbell, *1972, lebt und arbeitet in Glasgow